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Haptik der Supertrend der nächsten Jahre

Geschrieben am Montag, den 6. Januar 2020

Haptik-TrendDie Digitalisierung und die mediale Überflutung fordern Ihren Tribut. Der Mensch hat immer weniger Haptisches Erleben und das hält er einfach nicht aus. Zuwenig Bewegung, zu lange sitzen, kaum noch handwerliche Tätigkeiten mit realen Folgen, zuwenig zwischenmenschliche Kontakte, zuwenig Familie, das macht es dem Menschen nicht einfach psychisch und auch körperlich gesund zu bleiben.

Welche Blüten der Zwang zum Haptischen Erleben hat zeigt paradoxer Weise die Digitale Welt auf. Ein Youtube-Trend ASMR.

Hier ist ein Zitat aus dem Artikel bei n-tv von der Trendforscher Ulrich Köhler: „Der Reiz dieser Oddly-Satisfying-Videos liegt vor allem darin, dass ich Tätigkeiten sehe, manuelle Tätigkeiten (…), das heißt Sachen, wo ich ein Gefühl von Struktur habe, von einem bestimmten Anfassgefühl.“ Das sei die Sehnsucht nach dem echten Erlebnis in einer immer digitaleren Welt. (Ganzen Artikel lesen – hier klicken…)

Ich denke Frau Köhler ist keine Haptik-Expertin, aber Sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Worauf beruht der Trend? Der Mensch hat den Zwang wirken zu wollen. Das ist ein Haptisches Grundprinzip. Wir wollen, ja wir müssen etwas bewirken können, sonst werden wir krank. Ein Kind möchte alles anfassen und erwartet eine Reaktion oder Bewegung. Wenn das nicht der Fall ist, wird das Kind stärker einwirken, bis hin zur Eskalation oder Resignation. Das ist wahrscheinlich ein wesentlicher Punkt der zu einem bemerkbaren Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom führt. In meinen Vorträgen habe ich schon manchmal gesagt: “ Ich bin in Woche täglich 4km zur Schule gegangen und wieder zurück, da hast Du einfach keine Lust mehr für Hyperaktivität.“ Damals war das Verhältnis wenig Erleben zu viel Bewirken. Heute ist es viel Erleben und wenig Bewirken.

Zurück zum Trend. Kennen Sie den Satz: „Warum guckst Du mir bei der Arbeit zu?“ Wenn wir jemanden Handeln sehen, dann erleben wir das selbst rein hirntechnisch auch, nur unsere Muskeln müssen sich nicht bewegen. Und das gibt uns auch schon ein Stück Befriedigung. Dann kommt bei den Youtube-Filmchen noch der Ton dazu und die Wiederholung und dann sind wir schon zumindest geistig fast im ZEN-Garten.

Dieser Trend, der wahrscheinlich zunehmen wird, zeigt das Grundbedürfnis. Haben ja leider nicht mehr die Möglichkeit zu Handwerken, vielleicht auch weil sie sich zuviel mit der virtuellen beschäftigen.

Ich kann nur sagen – Die reale Haptik ist intensiver und befriedigender. Vielleicht sucht man sich anstatt der passiven besser eine nicht so anstrengende aktive Haptische Beschäftigung.

 

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